Simone Ketterl
(Bamberg)
Beckett, Bernhard, Dante:
Intertextuelle Referenzen
in Lilian Faschingers «Magdalena Sünderin»
abstract. The prose of the Carinthian writer Lilian Faschinger features complex intertextual networks. By integrating as well as interweaving quotations and motives from Samuel Beckett’s Malone Dies, Thomas Bernhard’s Frost and Dante Alighieri’s Divina Commedia, her picaresque novel Magdalena Sünderin does more than merely engage in postmodern playfulness. This article investigates how Faschinger’s text makes use of its intertextual elements to ridicule the literary canon. It also poses the question whether this can be interpreted as a tongue-in-cheek feminist act against male domination in the literary scene as such.
I.
II.
Denn dadurch, dass mir so oft ins Wort gefallen, dass mir das Wort so oft abgeschnitten worden ist, bin ich überempfindlich geworden, extrem anfällig gegenüber Störungen meines Gedanken- beziehungsweise Redeflusses (MS, S. 22).
III.
Interpretationsbedürftiger, gleichwohl kompositorisch relevanter als jene Bezüge erscheinen die markierten Referenzen. Ihnen widmet sich der folgende Abschnitt – zunächst der peritextuellen, dem Zitat-Motto aus Malone Dies. Um nachvollziehen zu können, dass Faschingers Roman nicht nur Fäden Becketts wieder aufnimmt, sondern dies in einer Weise Beckett’scher Texte tut, genügt ein Blick auf Dante and the Lobster, die Eröffnungserzählung der Sammlung More Pricks Than Kicks (1934). In ihr schafft der Titel eine explizite peritextuelle Verknüpfung mit Dante. Die Geschichte transferiert mit ihrem Protagonisten Belacqua einen Sünder aus der Divina Commedia in eine Dubliner Küche. Dort vertieft sich die – in der Terminologie Jörg Helbigs ausgedrückt – «[r]e-used figure[ ]»[16] vor der Zubereitung seines Mittagsmahls in das Mondcanto. Becketts Umgang mit Dante könnte man also als eine Art “doppelter Aneignung” bezeichnen.
Diese “doppelte Aneignung” lässt sich, wenngleich in abgeschwächter Form, in Magdalena Sünderin ebenfalls beobachten: In ihr stellt das Motto eine direkte peritextuelle Verbindung zu Malone Dies her. Faschingers Männermörderin Magdalena Leitner nun als modifizierten Malone zu interpretieren, ginge freilich zu weit. Zweifelsohne ist sie keine «[r]e-used figure[ ]»[17] im engeren Sinn. Dennoch verknüpft der Text in ihr unterschiedliche Vorlagen respektive Stoffe: ganz offensichtlich die biblische Maria Magdalena[18] mit zentralen Eigenschaften von Becketts bettlägerigem Erzähler. So ist Magdalena der onomastischen Implikation von “Malone” entsprechend, das sich als “M alone” lesen lässt, letztlich allein. Wie dieser befindet sie sich nach eigenem Bekunden außerhalb der Gesellschaft, wird von ihr als Fremdkörper wahrgenommen oder gar ignoriert (vgl. MS, S. 23-25). Aufgrund dieser Außenseiterposition neigen beide Figuren dazu, sich ihre eigene Welt qua Narration zu erschaffen[19]. Daher sind weder die vier analeptischen Erzählungen Malones noch die Magdalenas durchweg glaubwürdig. Becketts Protagonist gesteht deren potenzielle Fiktivität sowie die Austauschbarkeit seiner Charaktere vorab ein:
I think I shall be able to tell myself four stories, each one on a different theme. One about a man, another about a woman, a third about a thing and finally one about an animal, a bird probably. […] Perhaps I shall put the man and the woman in the same story […].[20]
Ihm geht es folglich um einen Prüfstein für seine Fähigkeit, zu erzählen. Wahrhaftigkeit ist dabei nicht sein Maßstab. Dass Wahrhaftigkeit auch Magdalenas Maßstab nicht ist, darauf lassen “discours” und “histoire” ihrer Geschichten schließen: Der “discours”, da sie die Ausführungen zu ihrem ersten Mord mit der rhetorischen Frage «Mögen Sie Märchen, Hochwürden?» (MS, S. 71) einleitet und sie damit in die Nähe einer Gattung rückt, die «von den Bedingungen der Wirklichkeitswelt mit ihren Kategorien Zeit, Raum und Kausalität unabhängig[ ] [ist] […] [und] keinen Anspruch auf Glaubwürdigkeit erhebt»[21]. Die “histoire”, da vor allem die Vorkommnisse um ihren vierten Liebhaber Jonathan die Grenzen dessen, was innerhalb der Diegese als wahrscheinlich erachtet wird, überschreiten. Wie sie ihrem Gegenüber, dem Priester, berichtet, sei der blasse junge Mann ein «Vampir[ ] [gewesen], der sich von [ihrem] Blut [er]nährt[ ]» habe (MS, S. 202).
Zwar ist der Geistliche Magdalena ein wohlwollender Zuhörer – einige allzu spektakuläre Details nimmt er ihr dennoch nicht ab. So merkt er an: «Ich hatte Magdalena im Verdacht, ihre Beichte gelegentlich etwas auszuschmücken, Begebenheiten einzuflechten, die sich in Wirklichkeit wohl etwas anders zugetragen hatten» (MS, S. 299). Apologetisch ergänzt er sogleich:
Nicht daß ich ihr diesbezüglich die geringste Böswilligkeit unterstellt hätte, es schien vielmehr so, als trügen sie die Flügel ihrer Phantasie manchmal in Bereiche, die mit der greifbaren Wirklichkeit nur noch in einem sehr losen Zusammenhang standen (MS, S. 299).
In welchem Zusammenhang wiederum die Ausführungen des Rahmenerzählers zur Wirklichkeit stehen oder anders formuliert, ob sie einen Wahrheitsanspruch haben, ist ad hoc schwer zu klären und verdient deshalb eine nähere Betrachtung. Ebenso wie Magdalena die «Fäden ihres Erzählgarns immer fester um» (MS, S. 216) den Pfarrer spinnt, spinnt dieser die seinen immer fester um den Rezipienten. Es gibt kein nennenswertes Verdachtsmoment, keine Widersprüche, die ihn während seiner Erzählung unzuverlässig erscheinen ließen. Umso bemerkenswerter ist daher die Schlusspassage des Textes. In ihr beendet er die Schilderung seiner Entführung und der abgebrochenen Beichte Magdalenas folgendermaßen. «Magdalena. Sie würde sich zu helfen wissen. Und ich würde das Beichtgeheimnis wahren und sie nicht verraten» (MS, S. 352).
Diese Aussage weist Parallelen zu der logisch-widerlogischen Konstellation auf, die Raymond Federman unter dem Terminus “Beckett’sches Paradox” fasst. Darunter versteht er jene «beabsichtigte[n] Widersprüche, die bei den Lebewesen, die die[…] seltsame Welt [Becketts] bevölkern, jede Möglichkeit von Bewegung, Wissen, Rationalität, Erkennen und Kohärenz negiert»[22]. Als schlagendes Beispiel dafür zitiert er den berühmten Schlusssatz von Molloy, dem Vorgängerroman von Malone Dies: «Then I went back into the house and wrote, It is midnight. The rain is beating on the windows. It was not midnight. It was not raining»[23]. Dadurch, dass die Darstellung des intradiegetischen Schreib- bzw. Erzählprozesses als Mise en abyme des extradiegetischen lesbar wird, untergräbt der Text seine eigene Glaubwürdigkeit. Der Rezipient ist nicht mehr in der Lage, zu entscheiden, ob bzw. wann dem Erzähler zu trauen ist. Ähnlich verhält es sich mit Faschingers Magdalena Sünderin. Indem der Priester behauptet, er «würde das Beichtgeheimnis wahren und [Magdalena] nicht verraten» (MS, S. 352), nachdem er deren Konfession in allen Einzelheiten erzählt hat, ergeben sich zwei Optionen: Entweder ist seine Behauptung eine Lüge – oder sie ist wahr und seine Erzählung ist gelogen. Als vertrauenswürdiger Erzähler hat er sich in jedem Fall disqualifiziert. Wie gezeigt werden konnte, ist die Beckett-Referenz in Magdalena Sünderin entgegen Gérard Genettes Ressentiment Motti betreffend[24] kein beliebig austauschbares Dekor. Vielmehr nimmt Faschingers Text motivisch wie strukturell Bezug auf das Œuvre des Iren, insbesondere auf Malone Dies und die Trilogie. Sein Gestus ist dabei kein legitimierender, kein sich auf die Autorität der Prätexte stützender. Der Roman integriert nicht bloß, er eignet sich regelrecht an.
IV.
Ob die Prosa mit den Werken Thomas Bernhards ähnlich verfährt, soll als Nächstes untersucht werden. In ihr erwähnt Magdalena ein «zerlesene[s] Exemplar von Frost» (MS, S. 17; Hervorhebung im Original). Faschingers Protagonistin dient Bernhards düsterer, die Konventionen der traditionel-len Heimatliteratur[25] ad absurdum führender Tagebuchroman allerdings nicht als Lektüre. Stattdessen berichtet sie im Zuge eines ins Pseudowissenschaftliche kippenden Vortrags (vgl. MS, S. 17-19) davon, dass «zum Vierkleefinden Berufene[ ]» (MS, S. 17), Frost als Pflanzenpresse zweckentfremdeten. Laut dieser Schilderung konservierten sie die von ihnen angehäuften Glückssymbole demnach in einem Unglück zur Conditio humana schlechthin erhebenden Werk. Ginge es Faschingers Roman nun bloß darum, den Kontrast zwischen Magdalena, die «noch nie ein Vierklee gefunden» (MS, S. 17) hat und von einer unglücklichen Situation in die nächste gerät, und den glücklichen “Vierkleefindern” zu betonen, bedürfte es Frost nicht. Wie lässt sich also die Kombination aus (Klee-)Blättern und Buch deuten?
Im Allgemeinen stehen Blätter bzw. steht Laub nicht nur als “improprium” für «Leben[ ] in seinem zykl[ischen] Wechsel»[26], sondern auch für das «Schreiben[ ] und d[ie] Poesie»[27]. Das Einlegen von Blättern in ein Buch kann daher als Chiffre für Intertextualität verstanden werden. In Magdalena Sünderin gibt der in Frost eingelegte Vierklee Hinweise darauf, wie Faschingers Text mit den Motiven und Sujets Bernhards umgeht. Einige werden weitgehend unverändert übernommen, neue eine glücklichere Facette hinzufügende ergänzt. Der Famulant zeichnet den Gebirgsort Weng, den von grotesk entstellten, dumpfen Gestalten bevölkerten[28] Hauptschauplatz von Frost als außerordentlichen “locus terribilis” – als felsig, schwarz, kalt und abweisend[29]. Die vom Pfarrer wie von Magdalena beschriebene Voralpenlandschaft hingegen ist angenehm, der Gegensatz zwischen ihr und ihren Bewohner tritt deswegen umso stärker hervor. Denn, dass es sich bei diesen ebenfalls um «kein[en] gute[n] Menschenschlag»[30] handelt, geht aus den Erzählungen der Sünderin deutlich hervor. Bereits während ihrer Kindheit am Ossiacher See eckt sie an. Das rotblonde Mädchen ist zu neugierig, zu eigenständig, stellt zu viele Fragen. Die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung, die von Ignoranz, Borniertheit und Unterwürfigkeit Staat und Katholizismus gegenüber geprägt ist, wissen nicht recht, damit umzugehen. Sie schneiden ihm das Wort ab oder begegnen ihm mit «niederschmetternde[r] Zurückweisung[ ]» (MS, S. 23). Ähnliches widerfährt Magdalena in der Schule und an der Universität (vgl. MS, S. 23f.). Als junge Frau sieht sie sich deswegen zu einer «vazierenden Lebensweise» (MS, S. 40) gezwungen. Nach ihrer in vielerlei Hinsicht horizonterweiternden und – nicht zu vergessen – mörderischen Tour durch Europa reflektiert sie aus der Perspektive der Rückkehrerin, wie man es aus dem Schemenrepertoire des Heimatromans kennt, das Wesen des «österreichischen Menschen» (MS, S. 36). Darüber hinaus hebt sie zu einer Austria-Schelte an, die stilistisch wie thematisch an der “Eristik” des Obernathaler «Übertreibungskünstler[s]»[31] geschult zu sein scheint.
So attackieren Magdalenas bernhardesk rhythmisierte, hypotaktische Satzkonstruktionen die katholische Kirche, die österreichischen Erziehungseinrichtungen – und deren zweifelhafte Endprodukte, «die sogenannten Gebildeten» (MS, S. 48). Als äußerst zwiespältig entpuppt sich dabei ihr Verhältnis zu Ersterer. Obwohl sie postuliert, «kein katholischer Mensch» (MS, S. 68) zu sein, zeugen ihr zuweilen ironisch verwendetes Vokabular und ihre Gewohnheiten davon, dass sie die Dogmen und Rituale der Kirche doch internalisiert hat. Zudem attestiert sie der Institution einen fast therapeutischen Mehrwert: Nur österreichische Pfarrer seien nämlich in der Lage, mit den «Ungeheuer[n] […], die in österreichischen Herzkammern hausen» (MS, S. 36), fertig zu werden. Die von Magdalena gefundenen Metaphern für Sorgen bzw. Sünden, «Herzkammernscheusale» (MS, S. 36) und «Herzbeutelschreckgespenster» (MS, S. 36), erinnern an die Diktion Bernhard’scher Figuren. Der Famulant in Frost verwendet vergleichbare neologistische Determinativkomposita[32].
Einen komischen Effekt erzielt Faschingers Text durch eine andere Variante des Hyperbolischen. Während die Prosa des gebürtigen Heerleners, insbesondere seine autofiktionale Pentalogie[33], den Konnex zwischen Katholizismus, Nationalsozialismus sowie der von beiden ideologisch beeinflussten Einrichtung “Schule” herausstellt und mit der «Geistesvernichtungsanstalt»[34] scharf ins Gericht geht, ridikülisiert Magdalena Sünderin das Verhalten derjenigen, die das Bildungssystem erfolgreich durchlaufen haben, «der sogenannten gebildeten Schichten» (MS, S. 49) also. Der Protagonistin zufolge schwingen sich gerade diese in ihrer «Kunst der Geisttötung» (MS, S. 49) – die begriffliche Analogie zu Bernhard ist evident – zu immer neuen Höhen auf und tun alles für die Aufrechterhaltung ihrer «Fassadenintellektualität» (MS, S. 193). Klimaktisch steigernd führt Magdalena eine Reihe der von ihnen bevorzugten «geisttötende[n]» (MS, S. 49) Aktivitäten an. Zu diesen gehört unter anderen der Austausch von Kochrezepte für exklusive Speise, beispielweise Gerichte, die «ausschließlich im Nordosten von Madagaskar gegessen werden, und auch dort nur von einer Minderheit indischstämmiger Christen» (MS, S. 49). Um die «bleierne Belanglosigkeit» (MS, S. 50) dieses Daseins zu betonen, konfrontiert Faschingers Roman die Akademiker mit ihren Antitypen, zupackenden und kunstverständigen Möbelpackern (vgl. MS, S. 48). Über sie sagt Magdalena:
Im Grunde erstaunte mich das Wissen der beiden Möbelpacker nicht sehr, hatte ich doch schon öfter die Erfahrung gemacht, daß die sogenannten einfachen Leute in Wirklichkeit meist größeres künstlerisches Verständnis und höchste Sensibilität erkennen lassen, wogegen die sogenannten Gebildeten fast immer die dümmsten sind (MS, S. 48).
Der Kommentar Magdalenas gemahnt an den Tenor von Bernhards skandalisiertem Holzfällen (1984) und seiner Interviewpolemik Die Ursache bin ich selbst (1986). In ihr provoziert er Krista Fleischmann mit der Aussage:
[A]lle Intellektuellen halsen dem Volk ihren Blödsinn auf. Aber Gottseidank ist das Volk schlau genug und dreht sich doch, wenn es gefährlich wird, um und laßt die in Ruhe und laßt sie mit ihrer Kunst und ihrem intellektuellen Blödsinn allein. Intellectualitas – die größten Arschlöcher sind die sogenannten Intellektuellen.[35]
Dass es Parallelen zwischen dem Œuvre Thomas Bernhards und Magdalena Sünderin gibt[36], sollte damit ausreichend belegt sein. Zu klären bleibt jedoch, welcher Strategie die intertextuelle Bezugnahme folgt. Dass es sich bei ihr anders als in einigen Werken Andreas Maiers nicht um Formen von Bernhard-“imitatio” bzw. -“aemulatio” handelt, legen Figurenkonstellation und Perspektivierung nahe. Zwar formuliert Faschingers Roman Kritik, die ihrem Inhalt und Duktus nach mit der Bernhard’schen verwandt ist, fokussiert dabei aber den «Teufelskreis österreichischen Frauenunglücks» (MS, S. 103). Er wendet sich ausdrücklich gegen die österreichischen Männer, «die vom österreichischen Frauenunglück seit Jahrhunderten profitieren» (MS, S. 103). Seine Stoßrichtung ist demnach dezidiert feministisch und hebt sich somit klar von der seiner Prätexte ab. Magdalena Sünderin macht sich also bewährte Bernhard’sche Muster zunutze und setzt sie für ihre eigenen Zwecke ein.
V.
Um jenem «österreichischen Frauenunglück[ ]» (MS, S. 103) zu entgehen, verlässt Magdalena ihre Heimat und durchquert mit ihrer Puch 800 ganz Europa. In der Werkzeugtasche der Beiwagenmaschine nimmt sie nur wenige für sie «unentbehrliche Dinge» (MS, S. 60) mit auf die Reise. Unter diesen befindet sich neben einem Schweizer Messer, einem Sony-Walkman und einem Habit des Ordens der Unbeschuhten Karmeliterinnen auch «eine neunzehnhundertfünf von G. C. Sansoni in Florenz publizierte Ausgabe der Divina Commedia von Dante Alighieri» (MS, S. 60; Hervorhebung im Original). Trotz der Exponiertheit und «Markierungsdeutlichkeit»[37] des intertextuellen Bezugs, beschränken sich die Anleihen, die Faschingers Prosa am dantischen Epos nimmt, auf motivisch-strukturelle Komponenten. Figuren werden nicht direkt integriert wie in Becketts Dante and the Lobster, stilistische Übernahmen wie im Fall Bernhards sind nicht zu erkennen.
Ebenso wie der fiktionalisierte Dante und sein «Maestro»[38] Vergil greifen der Priester und Magdalena wiederholt auf das Symbol des Weges zurück. In Anlehnung an die Selbsteinschätzung des Ich-Erzählers der Divina Commedia im ersten Canto des Inferno, «la verace via abbandonai»[39], bescheinigt der Geistliche seiner Entführerin vom «richtigen Weg» (MS, S. 31) abgekommen zu sein. Diese wiederum sieht sich vor ihrem Entschluss, Österreich zu verlassen, am «Scheideweg» (MS, S. 41). Magdalenas weitere “Lebensreise” hält paradiesische Intermezzi für sie bereit, die allerdings schon nach kurzer Zeit ins Infernale umschlagen – exemplarisch hierfür ist ihre Liaison mit dem Friesen. Nachdem die beiden eine Weile in «Ruhe, Frieden und Glück» (MS, S. 105) auf einer italienischen Insel gelebt haben, wird
Dante Alighieri, Commedia, Mailand, Biblioteca
Trivulziana,
Hds. Trivulziano 1080 (Jr. 1337), 1r, Z. 12: «che la verace via abbandonai».
Magdalena ihr träger werdender Liebhaber immer mehr zur Last. Schließlich ertränkt sie ihn: «Das Ende des Paradieses» (MS, S. 105). Im weiteren Verlauf verschwimmen die in der Divina Commedia räumlich getrennten Jenseitsbezirke Paradiso und Inferno zunehmend.
Seinen Höhepunkt erreicht dieser Amalgamierungsprozess während Magdalenas Baden-Baden-Aufenthalts. Dort lernt sie im Casino – wieder scheut Faschingers Text kein Klischee – den gut situierten, greisen Baron Otto kennen. Gerade in dem Augenblick, als sie ihr letztes Geld beim Roulette verspielt hat, schiebt dieser ihr einen «Berg von Jetons vor die Nase» (MS, S. 259) und rät ihr dringend, alles auf die «Dreiunddreißig» (MS, S. 259) zu setzen. So gewinnt sie eine hohe Summe und ist aus ihrer finanziellen Notlage gerettet. Die Zahl “Dreiunddreißig” verweist in diesem Zusammenhang nicht nur auf den Kreuzigungstod Christi mit dreiunddreißig Jahren, wie der Aristokrat Magdalena später im Restaurant des Kurhauses erklärt (vgl. MS, S. 259), sondern auch auf das «heilstheolog[isch] aufgeladene[ ] Gliederungsprinzip»[40] des dantischen Epos. Abzüglich des Prologs besteht dieses bekanntlich aus drei jeweils in dreiunddreißig Gesänge unterteilten, makrostrukturellen Einheiten: Inferno, Purgatorio und Paradiso. Da sich die intertextuellen Bezugnahmen auf die Divina Commedia im folgenden Abschnitt von Faschingers Roman häufen, lässt sich die Bemerkung des Adligen im Rekurs auf Genette als Vorhalt lesen[41].
Nach einer kurzen Phase des Kennenlernens schlägt Otto seiner Casinobekanntschaft vor, «als seine Gesellschafterin […] im Paradies» (MS, S. 261) zu leben. Obwohl es sich dabei lediglich um ein Stadtviertel von Baden-Baden handelt, deutet Magdalena den Namen «als günstiges Vorzeichen» (MS, S. 262) und macht sich Hoffnungen auf ein angenehmes Leben. Diese scheinen sich zunächst zu erfüllen: Nachdem sie ihr Motorrad auf dem Anwesen des Barons geparkt und ihre Habseligkeiten in seine «riesige alte Villa» (MS, S. 262) gebracht hat, findet sie in ihrer «großzügig bemessenen Freizeit» (MS, S. 263) die Muße, sich «intensiv» (MS, S. 263) der Lektüre der in der Werkzeugtasche mitgebrachten Divina Commedia zu widmen. Bald verlangt Otto mehr als Magdalenas Gesellschaft bei den Mahlzeiten und Spaziergängen im Park. Erst bittet er sie, ihm aus pornografischen Werken vorzulesen, dann fordert er sie auf, ihm in den Keller zu folgen und bei der Erfüllung seiner masochistischen Wünsche zu Diensten zu sein (vgl. MS, S. 267). Dies geschieht unmittelbar, nachdem sich Magdalena «mit dem fünften Canto des Inferno» (MS, S. 265; Hervorhebung im Original) beschäftig hat, in dem Dante und Vergil den Marterort der wollüstigen Sünder durchwandern. Das heißt, der dantische Prätext ist mit der Diegese von Magdalena Sünderin verwoben. Was auf den «stockfleckigen Seiten» (MS, S. 263f.) von Magdalenas Ausgabe der Commedia geschildert wird, wird am optisch korrelierenden «von Altersflecken übersäten» (MS, S. 260) Körper des Barons praktiziert.
Während die Sympathien der Faschinger’schen Hauptfigur für Otto aufgrund dieses neuen Aufgabenbereichs allmählich schwinden, wachsen jene für ihren Landsmann Clemens, den Chauffeur ihres Arbeitgebers. Ihn hat sie anfänglich allein aufgrund seiner Nationalität abgelehnt, gar als abstoßend empfunden. Peu à peu ändert sich ihre diesbezügliche Wahrnehmung: Sie muss sich eingestehen, dass das Vertraute sie doch anzieht, ihm positive Aspekte nicht abzusprechen sind, was synekdochisch auch für ihr Heimatland gilt. Zwischen den Angestellten des Baden-Badeners entwickelt sich schließlich eine Liebesbeziehung, die Magdalena mithilfe der Kategorien Dantes folgendermaßen umschreibt: «So begann ein kleiner Teil des Paradieses, in das der Baron mich gelockt und das sich als Inferno herausgestellt hatte, seinem Namen doch gerecht zu werden» (MS, S. 273). In Clemens’ lichtdurchfluteten Zimmern, die dem finsteren Kellergewölbe antithetisch gegenüberstehen, deklamieren die zwei Österreicher im Wechsel Verse aus dem Paradiso. Ihr Glück währt jedoch nicht lange. Sobald Otto von der Verbindung der beiden erfährt, entlässt er Clemens. Daraufhin macht der Chauffeur Magdalena einen Heiratsantrag und skizziert im Zuge dessen ihre mögliche gemeinsame Zukunft in «Waidhofen an der Ybbs […] im Einfa-milienhaus seiner Mutter» (MS, S. 282) mit «sechs Kinder[n]» (MS, S. 283), die sie als seine Frau zu «ordentlichen Niederösterreichern» (MS, S. 283) zu erziehen habe. Da dieses Szenario exakt jenes «österreichische[ ] Frauenunglück[ ]» (MS, S. 103) umreißt, dem die Kärntnerin mit ihrem Nomadenleben entgehen wollte, lehnt sie ab. Zudem setzt sie ihrem badischen «Frauenunglück[ ]» (MS, S. 103) ein Ende, indem sie den Baron bei einer Bondage-Session stranguliert. Strukturell entspricht das dem Konzept des “contrapasso” im dantischen Inferno, in dem die göttlichen Strafen immer nach dem «Gerechtigkeitsprinzip des suum cuique»[42] die begangenen Sünden widerspiegeln oder umkehren.
Faschingers Text verfährt demnach mit Motiven der Divina Commedia ähnlich wie mit stilistischen und inhaltlichen Elementen aus dem Œuvre Thomas Bernhards. Er übernimmt sie nicht bloß, sondern setzt sie gezielt ein, um die Befindlichkeiten seiner Protagonistin zu illustrieren und ihre Morde letztlich als Ausbruchsversuche aus unterschiedlichen Varianten eines irdischen Inferno zu rechtfertigen.
VI.
Der Roman Magdalena Sünderin spinnt also Beckett’sche, Bernhard’sche und dantische Erzählfäden weiter, webt Muster aus den Werken jener Repräsentanten des männlich dominierten literarischen Pantheons ein. Er verleiht einer weiblichen Hauptfigur, die immer zum Schweigen angehalten worden ist, eine Stimme und mit ihr die Macht, ihren intradiegetischen Rezipienten, den Priester, narrativ zu umgarnen, ihn entgegen seiner anfänglichen Einschätzung gar davon zu überzeugen, dass sie trotz der von ihr begangenen Morde unschuldig sei.
Um seine gleichermaßen komischen wie tiefsinnigen Wortnetze knüpfen zu können, eignet sich Faschingers Prosa – bzw. in ihr Magdalena – nicht nur das nach der Theorie Bachtins «halbfremde[ ] Wort»[43] der Sprache an und besetzt es «mit [ihren] Intention[en]»[44] bzw. «Akzent[en]»[45]. In einem «komplementären Prozess»[46] ordnen sie sich zudem «Worte aus […] “fremde[m] Mund”»[47], konkret dem Becketts, Bernhards und Dantes, unter und machen sie dadurch für sich nutzbar. Dieser «Wortenteignung»[48] scheint ein feministischer Impetus zugrundezuliegen: Die auf der Ebene der “histoire” geübte Kritik am «patriarchalischen Gesellschaftssystem»[49] findet ihre Entsprechung im “discours”.
Literatur
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[1] Lilian Faschinger: Die neue Scheherazade. Roman. Ungekürzte, von der Autorin durchgesehene Ausgabe. München: dtv 2003, S. 113.
[2] Gisela Roethke: Lilian Faschinger im Gespräch. In: Modern Austrian Literature 33 (2000), H. 1, S. 84-103, hier S. 84.
[3] Vgl. Erika Greber: [Art.] Gewebe/Faden. In: Günter Butzer / Joachim Jakob (Hgg.): Metzler Lexikon literarischer Symbole. Stuttgart/Weimar: Metzler 2008, S. 126-129, hier S. 128.
[4] Eva Kuttenberg: A Postmodern Viennese Narrative: Lilian Faschingers «Wiener Passion». In: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur 101 (2009), H. 1, S. 73-87, hier S. 77.
[5] Vgl. ebd., S. 76.
[6] Hans Ulrich Gumbrecht: [Art.] Postmoderne. In: Jan-Dirk Müller u.a. (Hgg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Band 3: P – Z. Berlin u.a.: de Gruyter 2000, S. 136-140, hier S. 137.
[7] Roethke 2000 (Anm. 2), S. 86.
[8] Magdalena Sünderin wird im Folgenden unter Angabe der Sigle «MS» im Fließtext zitiert nach: Lilian Faschinger: Magdalena Sünderin. Roman. Ungekürzte Ausgabe. München: dtv 1997.
[9] Henning Tegtmeyer: Der Begriff der Intertextualität und seine Fassungen – eine Kritik der Intertextualitätskonzepte Julia Kristevas und Susanne Holthuis’. In: Josef Klein / Ulla Fix (Hgg.): Textbeziehungen. Linguistische und literaturwissenschaftliche Beiträge zur Intertextualität. Tübingen: Stauffenburg 1997 (Stauffenburg Linguistik, 5), S. 49-81, hier S. 51.
[10] Gérard Genette: Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches. Mit einem Vorwort v. Harald Weinrich. Aus dem Französischen v. Dieter Hornig. Frankfurt/M./New York: Campus 1989, S. 147.
[11] Vgl. Brian T. Fitch: Erzähler und Erzählung in der Romantrilogie Samuel Becketts: «Molloy», «Malone meurt», «L’Inommable». In: Hartmut Engelhardt / Dieter Mettler (Hgg.): Materialien zu Samuel Becketts Romanen. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1976 (Suhrkamp-Taschenbücher, 315), S. 85-93.
[12] Vgl. zum «locus amoenus» Karin Schlapbach: [Art.] Locus amoenus. In: Theodor Klauser u.a. (Hgg.): Reallexikon für Antike und Christentum. Sachwörterbuch zur Auseinandersetzung des Christentums mit der antiken Welt. Bd. 23: Lexikon II – Manes. Stuttgart: Anton Hiersemann 2010, Sp. 231-244.
[13] Ingrid Pfandl-Buchegger: «Ich reihe die Wörter zu Schnüren und knüpfe Netze». Weibliche Identitätssuche in Lilian Faschingers Romanen. In: Script 19 (2001), S. 12-23, hier S. 23.
[14] Christa Gürtler: Glückliche Sünden: zu Lilian Faschingers Roman «Magdalena Sünderin». In: Doris Moser / Kalina Kupcszyńska (Hgg.): Die Lust im Text. Eros in Sprache und Literatur. Wien: Praesens 2009, S. 307-318, hier S. 317.
[15] Ebd., S. 311.
[16] Jörg Helbig: Intertextualität und Markierung. Untersuchungen zur Systematik und Funktion der Signalisierung von Intertextualität. Heidelberg: Winter 1996 (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte, Folge 3, 141), S. 113.
[17] Ebd.
[18] Vgl. Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur. Unter Mitarbeit von Sybille Grammetbauer. 10. überarbeitete u. erweiterte Auflage. Stuttgart: Kröner 2005 (Kröners Taschenausgabe, 300), S. 577-580.
[19] Vgl. Ludovic Janvier: «Malone meurt». In: Hartmut Engelhardt / Dieter Mettler (Hgg.): Materialien zu Samuel Becketts Romanen. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1976 (Suhrkamp-Taschenbücher, 315), S. 126-135, hier S. 132.
[20] Samuel Beckett: Malone Dies. Translated from the Original French by the Author. London: Calder & Boyars 1975, S. 9.
[21] Heike Gfrereis (Hg.): Grundbegriffe der Literaturwissenschaft. Stuttgart/Weimar: Metzler 1999 (Sammlung Metzler, 320), S. 120.
[22] Raymond Federman: Das Beckettsche Paradox: Wer sagt die Wahrheit? In: Hartmut Engelhardt / Dieter Mettler (Hgg.): Materialien zu Samuel Becketts Romanen. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1976 (Suhrkamp-Taschenbuch, 315), S. 113-125, S. 113.
[23] Samuel Beckett: Molloy. In: Ders.: Molloy. Malone Dies. The Unnamable. London: John Calder 1959, S. [5]-176, hier S. 176.
[24] Vgl. Genette 1989 (Anm. 10), S. 155f.
[25] Generell ist «Heimatliteratur» als Gattungsbezeichnung problematisch, da der Terminus, wie Rémy Charbon konstatiert, nach wie vor nicht frei von «ideologisch belastende[n] Assoziationen» ist (Rémy Charbon: [Art.] Heimatliteratur. In: Harald Fricke u.a. (Hgg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Band 2: H – O. 3. neubearbeitete Auflage. Berlin/New York: de Gruyter 2000, S. 19-21, hier S. 19). Gemeint ist hier Literatur, die «Vorgänge in einer emotional erlebten, relativ geschlossenen Welt» (ebd.) schildert. Der thematisierte Mikrokosmos wird dabei tendenziell «positiv[ ]» konnotiert.
[26] Hans-Georg Grüning: [Art.] Blatt/ Laub. In: Günter Butzer / Joachim Jacob (Hgg.): Metzler Lexikon literarischer Symbole. Stuttgart/Weimar: Metzler 2008, S. 46-47, hier S. 46.
[27] Ebd., S. 47; Hervorhebung im Original.
[28] Vgl. Thomas Bernhard: Frost. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1972 (Suhrkamp-Taschenbuch, 47), S. 9-11.
[29] Vgl. ebd., S. 8-10.
[30] Ebd., S. 30.
[31] Wendelin Schmidt-Dengler: Der Übertreibungskünstler. Studien zu Thomas Bernhard. Wien: Sonderzahl 1986, [Titel].
[32] Vgl. Bernhard 1972 (Anm. 28), S. 7.
[33] Vgl. zur Problematisierung des Autobiografie-Status der Pentalogie etwa: Jerker Spits: «Die Großväter sind die Lehrer». Thomas Bernhard über den Schriftsteller Johannes Freumbichler. In: Hans Ester u.a. (Hgg.): Künstler-Bilder. Zur produktiven Auseinandersetzung mit der schöpferischen Persönlichkeit. Amsterdam/New York: Rodopi 2003 (Duitse kroniek, 52), S. 105-127, hier vor allem S. 109-112.
[34] Thomas Bernhard: Die Ursache. Eine Andeutung. München: dtv 1977, S. 78.
[35] Thomas Bernhard / Krista Fleischmann: Thomas Bernhard – Eine Begegnung. Gespräche mit Krista Fleischmann. Wien: Edition S 1991, S. 235.
[36] Vgl. Gerald A. Fetz: Post-Bernhardian Austria. Lilian Faschinger’s «Magdalena Sünderin». In: Donald G. Daviau: Austria in Literature. Riverside, Calif.: Ariadne Press 2000, S. 179-192, hier S. 185.
[37] Helbig 1996 (Anm. 16), S. 116.
[38] Dante Alighieri: La Divina Commedia. Mailand/Neapel: Riccardo Riccardi Editore 1957, Inferno, Canto III, 12.
[39] Ebd., Inferno, Canto I, 12.
[40] Johannes Knecht: [Art.] Drei. In: Günter Butzer / Joachim Jacob (Hgg.): Metzler Lexikon literarischer Symbole. Stuttgart/Weimar: Metzler 2008, S. 69-70, hier S. 70.
[41] Vgl. Gérard Genette: Die Erzählung. Aus dem Französischen v. Andreas Knop, mit einem Vorwort herausgegeben v. Jürgen Vogt. München: Fink 1994 (UTB für Wissenschaft, 8083), S. 51-53.
[42] Jens Petersen: Dante Alighieris Gerechtigkeitssinn. Berlin/Boston, Mass.: de Gruyter 2011, S. 22.
[43] Michail M. Bachtin: Das Wort im Roman. In: Ders.: Die Ästhetik des Wortes. Hg. u. eingeleitet v. Rainer Grübel. Aus dem Russischen übersetzt v. Rainer Grübel u. Sabine Reese. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1979 (Edition Suhrkamp, 967), S. 154-300, hier S. 185.
[44] Ebd.
[45] Ebd.
[46] Misia Sophia Doms: Die Enteignung des Worts. Hans Magnus Enzensbergers fiktionales Schriftstellerinterview «Diderot und das dunkle Ei». In: Torsten Hoffmann / Gerhard Kaiser (Hgg.): Echt inszeniert. Interviews in Literatur und Literaturbetrieb. Paderborn: Fink 2014, S. 379-400, hier S. 381.
[47] Ebd.
[48] Ebd.
[49] Anna Hausdorf: Aus der Rolle gefallen? Einige literaturpsychologische Überlegungen zu Lilian Faschingers Roman «Magdalena Sünderin». In: Ina Brueckel u.a. (Hgg.): Bei Gefahr des Untergangs. Phantasien des Aufbrechens. Festschrift für Irmgard Roebling. Würzburg: Königshausen & Neumann 2000, S. 307-329, hier S. 309.