Vom Gebrauch der Sprache in der Psychoanalyse

  • Claus-Dieter Rath Freud-Lacan-Gesellschaft

Abstract

Die psychoanalytische talking cure interessiert über den Sprechakt oder Sprachakt hinaus die Sprache als „Struktur” im mehrfachen Sinn: als Trägerin eines Genuss-Wissens in Gestalt von Kulturimperativen (Idealforderungen, Ver- und Geboten) in Mythen, Märchen, Witzen und weiteren Manifestationen der Hoch- und Populärkultur, und als Grammatik, also Festlegung von Relationen von Subjekt, Prädikat, Objekt (vgl. Freud zu Schreber) sowie als Arsenal logischer Operationen, die den Verlauf der Schicksalswege eines Triebs bestimmen: die Verkehrung ins Gegenteil, aktiv—passiv, die Wendung gegen die eigene Person, Verdichtung und Verschiebung usw. Diese Strukturen resultieren aus dem Kulturprozess (als dessen Zwischenergebnisse), gehen aus Verdrängungs- und Sublimierungsprozessen hervor, und bilden ihrerseits die aktuellen psychischen Instrumente, darunter diejenigen der Sublimierung und der psychoanalytischen Arbeit. Einige Aspekte davon behandelt dieser Beitrag.

Pubblicato
2019-12-16
Come citare
RathC.-D. (2019). Vom Gebrauch der Sprache in der Psychoanalyse. ENTHYMEMA, (24), 472-487. https://doi.org/10.13130/2037-2426/12601
Fascicolo
Sezione
Poesia e psicoanalisi – A cura di M. Bonazzi, F.A. Clerici e R. Maletta